Tag 2

Ortszeit 5:00

Immerhin schaffte ich es diesmal schon mal ein klein wenig länger zu schlafen. Nach dem Frühstück machte ich mich dann nach Ueono auf um mir dort den Park so wie Teile des Nationalmuseums anzuschauen. Ich sage hier Teile, da es doch ein paar Gebäude sind und in manchen von diesen von Zeit zu Zeit Sonderausstellungen stattfinden.

Doch zunächst hatte ich ein merkwürdiges Erlebnis, als ich den Bahnhof in Ueno verlies. Auf der anderen Seite der Straße befand sich ein Geschäft für Elektroartikel, daß Werbeansagen auf Deutsch machte. Es handelte sich hier v.a. auch tatsächlich um die Stimme einer Deutschen. Dinge gibt’s 🙂

Zu Begin des Parks fand ich ein sehr schön liegenden Schrein, der, wie das hier häufig der Fall ist, immer ein wenig den Kontrast, zwischen Stadt und Park mit asphaltierten Wegen aufzeigt.

An einer Vielzahl von anderen Gebäuden vorbei, die auch Museen beherbergen, gelangte ich schließlich an einem Stand von Tibetaktivisten vorbei, die wohl dort waren, da es in dem vor Ihnen liegenden Museum eine Ausstellung von Schätzen aus Tibet gab.

Im Tokioter Nationalmuseum besuchte ich als Erstes das Gebäude zur japanischen Geschichte, in dem es eine Vielzahl von sehr guten Objekten gab, die darüber hinaus ausreichend ausgeleuchtet waren. Dieses galt auch für die Zusammenfassenden Informationen, die sich in jedem Raum befanden. Hierbei möchte ich an dieser Stelle besonders hervorheben, daß die Texte in einer für meine Augen angenehmen Höhe angebracht sowie mit einem gut zu lesenden Schrifttyp erstellt wurden. Des Weiteren wird einem jeden Objekt genügend Platz zur Verfügung gestellt, so daß die Objekte hervorragend zur Geltung gelangen. Weniger ist eben manchmal doch mehr! In dieser Austellung kann man übrigens sehr schöne japanische Schwerter sehen.

In einem weiteren Gebäude besuchte ich dann eine Ausstellung zu japanischer Archäologie, die von ihren Funden her auch großen Eindruck auf mich machte. Allerdings hätte ich mir hier doch mitunter gerne mehr englische Beschriftungen auf Objektebene gewünscht. Die Ausstellung zeigte darüber hinaus auch die Beeinflussung in der Entwicklung seitens Koreas und Chinas.

Als letztes Gebäude besuchte ich im TNM dann noch die Schatzkammer, in der sich Objekte befinden, die die kaiserliche Meiji Familie spendete.Hierbei handelt es sich um sehr schöne Buddhastatuen, Masken und andere rituelle Gegenstände.

Abschließend ist zu dem Museum noch zu sagen, daß eine auffallend hohe Anzahl von Objekten entweder den Museum geschenkt oder aber als Leihgabe zur Verfügung gestellt wurden.

Nachdem ich in dem Museum dann doch etwas länger verweilte, als ich ursprünglich eingeplant hatte, entschloss ich mich nach Harajuku zu fahren um mir erst die berühmten Cosplayer anzuschauen und später mal durch die Modemeile zu schlendern.

Die Cosplayer, die laut http://www.mustlovejapan.com/subject/harajuku/ zu finden sind, waren leider nicht wirklich sehr zahlreich, aber man gewinnt bei denen, die sich dort fanden, auf jeden Fall einen Eindruck wie das so abläuft. Spontan entschloss ich mich durch den angrenzenden Park zu gehen um mir dort den Meiji Schrein anzuschauen. Für diese Entscheidung wurde ich dahingehen belohnt, das bei meiner Ankunft dort eine klassische Hochzeitsprozession stattfand.

Inzwischen näherte sich unaufhaltsam der Nachmittag und ich ging zurück nach Harajuku, dort an einigen Modegeschäften vorbei um mir dann an einem Stand ein Crepe zu kaufen. Sehr lecker und sehr empfehlenswert. Danach lies ich mich in der Menge treiben und schaute mir etwas experimentellere Mode an. Doch man kann schon sagen, daß das teilweise ehr abgefahren, wenn auch nicht unbedingt für jeden als Geschmackvoll anzusehen ist 🙂 . Nach diesem doch recht avantgardistischen Ausflug wollte ich mir das „Geschäft“ von Yohji Yamamoto anschauen und passierte zu diesem Zweck eine Menge von Luxusläden internationaler Labels. Doch konnte ich das Geschäft zunächst nicht finden was zur Folge hatte, daß ich einen Passanten ansprach, der sich dann als Modejournalist aus Indonesien entpuppte und der auch auf der Suche nach dem YY war. Daher entschlossen wir uns unsere Suche gemeinsam fortzusetzen und führten derweil sehr interessante Gespräche. Schließlich fanden wir sowohl YY als auch Y-3 und ich kann nur sagen, daß ich schlicht begeistert war auch wenn die Preise irgendwie dazu beitrugen, das die Begeisterung gedämpft wurde. Wir setzten dann unseren Weg fort und schauten noch im Issey Miyake Geschäft vorbei. Hier habe ich glaube ich zum ersten Mal in meinem Leben bewusst gesehen, das Mode für Frauen sehr schön sein kann. Aber Achtung , die richtige Figur ist dafür eine Voraussetzung, die zusätzlich zum monetären Aspekt nicht zu vernachlässigen ist. Da Michael, so möchte ich ihn mal an dieser Stelle nennen, seinen letzten Tag seiner diesmaligen Reise nach Tokyo verbrachte, gingen wir in Shibuya noch Reis mit Hähnchen essen und verabschiedeten uns dann.

Ich machte mich wieder auf den Weg zum Hotel und ging ins Jaccuzi. Danach entschloss ich mich einen Blick auf die Skyline Tokios von einem der riesigen Türme des Tokioter Rathauses zu werfen und fuhr nach Shinjuku. Dort erlebte ich dann v.a. die Ausläufer des Feierabends und gelangte leider nicht mehr rechtzeitig zum Rathaus, so das ich mich entschloss mir einmal die Straßen Shinjukus nach Feierabend zu betrachten. Hierbei machte ich die Feststellung, daß gerade hier in Shinjuku der Kontrast zwischen Arm und Reich sehr deutlich zu sehen ist. Wenn die Mitarbeiter der Konzerne nach Hause gehen legen sich vermutlich Obdachlose am Rande der Wolkenkratzer in Kartons und Ähnlichem schlafen. In diesem Fall offenbart sich dann etwas, was absolut anders zu unseren Verhältnissen ist: Es wird z.B. nicht gebettelt und man nimmt sich gegenseitig überhaupt nicht wahr, irgendwie traurig. Ich unternahm noch das sinnlose Unterfangen mich in Shinjuku zu verlaufen, doch machten mir da die Wegweiser zu Metro und JR Bahnhöfen einen Strich durch die Rechnung 😉 . So brach ich dann wieder gen Andon auf.

Es folgen Impressionen:

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Ein Gedanke zu “Tag 2

  1. Die Bilder sind klasse, Simon, es macht riesig Spaß die anzusehen! Das Bild von der Hochzeit ist großartig und auch sonst, Du hast nen Auge fürs Photographieren! Ich hätte ja bitte gern noch ein paar Bilder von der Mode… Der eine Fummel ist ja schon klasse, aber gibts noch ein paar mehr?
    Die Parkanlagen sind wunderschön und – by the way- was machen die Chrysanthemen? :o)

    Liken

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