Tag 4

Ortszeit 3:08

Dieser Blogeintrag für den gestrigen Tag entsteht, während ich an Bord des Shinkansen in Richtung Himije sitze. Alleine das wäre schon einen eigenen Eintrag wert, aber dieser wird später nachgereicht werden.

Ich entwickle mich hier übrigens zu einem richtigen Frühaufsteher. 🙂 Während dieses die meisten Tag bisher dazu führte, daß ich mein Ausflugsprogramm effizienter gestalten konnte, trifft dieses in Bezug auf diesen Tag nur bedingt zu.

Denn es ging nach Akibahara und dort öffneten die meisten Geschäfte erst gegen 10.30 oder 11.00 Uhr. Ich hingegen war bereits gegen ca. 9.30 dort was dazu führte, daß ich eine Menge Eindrücke gewinnen konnte, die einem sonst vermutlich entgehen würden. Hierzu zählen Menschen auf dem Weg zur Arbeit, wobei ich mich des Eindrucks nicht erwehren kann, daß hier in Japan immer Menschen auf dem Weg zur Arbeit oder auch Nachhause sind. Außerdem bietet sich zu dieser frühen Stunde auch die Möglichkeit einmal die Diskrepanz von Armut und Reichtum und die anscheinend selbstverständliche Koexistenz von Beidem zu beobachten. Auch wenn solche Momente natürlich interessant für den Betrachter sind, so verursachen sie in mir ein flaues Gefühl. Doch muß ich gestehen, daß dieses Gefühl sich schnell in Luft auflöst, sobald man den ersten Laden in Akibahara betritt und von dem Angebot an Kameras, Computern und anderen Artikeln wiederum in seinen Bann gezogen wird. Neuste Modelle und eben v.a auch welche, die es bei uns noch gar nicht gibt. Schon wahrlich beeindruckend. In Akhibara finden sich aber auch noch weitere Geschäfte, die allerlei „interessante“ Gegenstände verkaufen. So können sich hier die Cosplayer mit ständig neuen schrillen Uniformen ausstaffieren und es scheint eine Selbstverständlichkeit, das es in der selben Etage oder aber eine darüber eine Menge Sexspielzeug und Gegenstände mit eindeutig auf Sex bezogener Thematik gibt. In diesen Geschäften ist das Photographieren explizit verboten! Sobald dann immer mehr Geschäfte öffnen, kann man nun endlich auch die Manga und DVD und Games Läden betreten, die ich hier einmal ganz persönlich als eine Enttäuschung bezeichnen möchte. Das liegt v.a. darin begründet, daß v.a. die DVD Geschäfte vermutlich zu mindestens 80 % erotikbezogene DVDs verkaufen. Und anders als in Deutschland geht man dort eben am helllichten Tage hin. Vereinzelt kann man hier auch Frauen antreffen. Hier möchte ich kurz etwas über Spielzeugläden loswerden indem ich kurz sage, daß diese wirklich befremdlich sind und es aus gesetzlichen Gründen hier vermeiden mich weiter diesbezüglich zu äußern.

Die Mangaläden besitzen zwar ein großes Angebot, doch fand sich hier für mich die Erklärung warum die Mangas für die ich mich interessiere doch recht unpopulär sind und diese Genres kaum Nachschub erhalten. Anscheinend geht es in den von den Japanern bevorzugten Mangas meist um irgendwelche Collegegeschichten und dann vorzugsweise mit leicht bekleideten Mädchen und Jungen etc. während die ernsthaften Genres teilweise zwar durchaus bekannt sind aber in der Anzahl nicht stark hervortreten.

Anschließend besuchte ich einen Apple Premium Reseller und mehrere Geschäfte die allerlei Macs in mehr als ausreichender Menge vom iMac G4 bis zum Cinema Display 24″ auf Lager hatten.

Inzwischen war die Zeit gekommen etwas zu MMittag zu essen, so daß ich mich entschloss einmal ein so genanntes Maidocafé auszuprobieren in dem das Personal in Mangaklamotten in angenehmen Ambiente einem zu Diensten sein soll. So steht es zumindestens in den Reisführern und Broschüren, die von den Mädchen? jungen Frauen verteilt werden. In der Realität ist es jedoch auch etwas, was vermutlich nur Japaner wirklich mögen können. Alles ist sehr rosa gehalten und man fühlt sich zeitweilig wie auf einem Kindergeburtstag. Darüber hinaus fehlt es den Mädchen? jungen Frauen meist an Stimme, da sie vorher schon in den Straßen viel zu viel Werbung gemacht haben. Zu der Ehrenrettung des Cafés möchte ich hingegen anführen, das das Eis mit dem Apfelstrudel gut geschmeckt hat und mein Bedarf für den Mittag deckte.

Nach all diesen Erlebnissen entschied ich mich nach Ginza zu fahren und schlenderte dort angekommen, erst einmal durch die Straßen mit den feinen Geschäften. Es fiel einem sofort ins Auge, daß man in einer besseren Gegen war, da v.a. die Frauen hier wesentlich anders als anderswo gekleidet waren. In Gina sieht man mancherorts den Kontrast zwischen Alt und Neu auf interessante Weise in den Gebäuden ausgedrückt. Zusätzlich sind die Autos hier größer und der Anteil an westlichen Modellen liegt über 25 %, was für Japan ein recht hoher Teil ist. Zusätzlich kann man hier auch mal, anstelle der üblichen Toyotataxis, einen Mercedes CLK der als Taxi genutzt wird, antreffen.

Danach machte ich mich auf den Weg zu den Hauptgeschäftsstrassen von Ginza, die mit einer Vielzahl von Geschäften aufwarten. Anscheinend gibt es jeden Samstag eine spezielle Bombay Sapphire Gin Verköstigung im Dieselgeschäft, nicht schlecht.  Direkt an der wichtigsten Straße in Tokyo befindet sich das Sonygebäude in dem man sich sowohl die neusten Produkte anschauen als auch die Modell für Übersee erwerben kann. Von diesem Geschäftsgebaren könnten einige große deutsche Elektrokonzerne mal lernen. Auch Nissan besitzt einen kleinen Showroom in dem sie ihren neusten Wagen vorstellen. Dort in der Nähe findet sich auch der erste Applestore Tokyos, dem ich natürlich auch einen Besuch abstattete. Anscheinend fehlt(e) dort der Concierge, zumindest konnte ich keinen Mitarbeiter, der das übliche orange T-Shirt trug ausmachen. Ansonsten sah der Apple Store eben wie ein Apple Store aus und verfügte in der ersten Etage über Räume für Workshops. Ich suchte noch zwei Geschäfte für CDs auf und erwarb dort CDs von Meiko Kaiji bevor ich mich auf den Weg zum berühmten Kabuki Theater machte um mich dort zu erkundigen wann die verschiedenen Akte beginnen würden. Es gibt die Möglichkeit im Kabukitheater nur einen einzigen Akt zu schauen, da die kompletten Vorstellungen ersten meistens lange vorher ausverkauft sind und außerdem eine Aufführung mindestens 3 Stunden dauert. Als Ausländer erhält man gegen eine kleine Gebühr eine Box mit einem Ohrstecker damit man der Handlung grob auf Englisch folgen kann.

Ich entschloss mich also später wiederzukommen, doch wollte ich vorher erst einmal ins Andon um meine Sachen dort hin zu bringen und um in Asakusa noch etwas zu Abend zu essen. Ich entschloss mich erneut für Sushi und kehrte in einem vom Hotel empfohlenen Sushirestaurant ein. Diesmal hatte ich leider nicht wie gestern den Vorteil, daß ich einen Experten für Fisch dabei hatte, aber es schmeckte trotzdem, wenn ich diesmal auch nicht so experimentierfreudig war. Nach dem Essen schaute ich mich noch ein wenig in Asakusa um um dann zum Kabuki-sa zu fahren um mich für das Ticket anzustellen, da auch wenn die Plätze für ein solches Ticket sich ganz oben befinden, sie dennoch begehrt sind. Japaner verstehen es echt organisiert in einer Schlange zu stehen. Doch es lohnte sich auf jeden Fall auch wenn dort ebenso das Photographieren verboten war. Der Herr der neben mir saß hatte jedoch ein Fernglas mit,  daß ich mir dann auch mal ausborgte und so wesentlich mehr in den Genus der Vorstellung kam. Nach der Vorstellung liefen die Leute alle wie Ameisen zu Metro und interessanterweise ergab es sich, daß ich in der selben Metro wie der Herr neben mir landete und wir ins Gespräch kamen und uns ein wenig über Kabuki unterhielten.Im Anton suchte ich erneut das Jacuzzi auf, was mir meine Füsse dankten. Als ich mich dann schlafen wollte, stellte ich noch fest das der Apple Store down war und es wohl neue Produkte geben würde.

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