Tag 7

Am nächsten Morgen checkte ich nach einem reichhaltigen Frühstück und einem angenehmen Gespräch mit einem in Lausanne lebenden Franzosen und seiner aus Madagaskar stammenden Frau aus. Hier noch einmal mein Dank an die Direktoren des WfC, die eine echt tolle Arbeit leisten und einem einen wahrlich angenehmen Aufenthalt ermöglichen.

Nach dem Auschecken ergab es sich das erste Mal hier in Japan, das ich unter Zeitdruck geriet, da die Straßenbahn Opfer einer roten Welle wurde.Als ich an dem kleine Bahnhof von Mukanaida zwei Schüler nach dem Weg fragte, begleiteten sie mich umgehend dorthin- So erreichte ich das Mazdamuseum erst kurz vor und 10 und nahm dort an einer 1,5 ständigen Führung durch das Museum inkl. Besichtigung einer Produktionsstrasse teil. Ach ja und das ganze war umsonst und auch wenn es doch ziemlich zeitlich gerafft wurde, merkte man, daß es der Führerin Spaß machte und ein gewisser Stolz auf die Firma vorhanden war. Mazda unterhält übrigens auch ein Krankenhaus und es gibt ein von Mazda gesponsertes Baseballteam. Außerdem erstreckt sich das Areal von Mazda über eine Fläche von ca. 2,2 Hektar um Hiroshima und besitzt eine Brücke, die mit einer Länge von über einem halben Kilometer zu den längsten der Welt gehören soll. Das haueigene Kraftwerk produziert 75 % der Energie und darüber hinaus wird dort auch gleich recycelt. Zusätzlich gibt es zwei Hafen für die Verschiffung der fertigen Autos. Für ca. 3000 Mitarbeiter werden Wohnungen auf dem Werksgelände bereitgestellt. Interessanterweise beschäftigt Mazda anscheinend weltweit nicht mehr als 20000 Menschen, was mir doch ein wenig niedrig erschien. Aber beim Besichtigen, der größtenteils automatischen Produktionsstraße dann doch einleuchtete. Mazda kann auf dieser schon seit den 60ern mehrere Modelle gleichzeitig fertigen und so folgt dann durchaus auf einen RX 8 mal ein Mazda 2. Dem Wankelmotor ist ein extra Teil der Ausstellung gewidmet und man sieht das Mazda auf dessen Weiterentwicklung sehr stolz ist. Nachdem wir uns noch künftige Designstudien anschauten, war die Führung zu Ende.

Von dort fuhr ich dann als Nächstes mit der Bahn nach Myiamia-Guchi, fand dort sofort ein Schließfach. In dieser Hinsicht ist Japan wieder einmal sehr travellerfreundlich. Es gibt überall in ausreichender Anzahl Schließfächer um seine Sachen aufzubewahren. Die Fähre wird übrigens auch von JR betrieben und ist somit im Railpass mit inbegriffen.

Auf der kurzen Überfahrt bei der man schon vom Weitem das berühmte, bei Flut unter Wasser stehende rote Tori sehen konnte machte ich Bekanntschaft mit einem ursprünglich aus Arizona stammendem Amerikaner, der schon ziemlich in der Welt rumkommen ist. Wer kann schon von sich behaupten mal auf der Thule Air Base stationiert gewesen zu sein?

Inzwischen kam die Insel mit ihren Tempeln, Schreinen, Pagoden und ihrer alles überragenden Hügelkette, an deren Spitze sich der heilige Berg Misen mit seinen Tempelanlagen befindet, immer näher.

Der Anblick war einfach nur Atemberaubend und ist an Schönheit und Harmonie selten überboten wurden.

Am Pier fielen einem sofort die hier frei umherlaufenden Rehe auf, die ein ziemlicher Magnet für die Besucher zu sein scheinen (In beide Richtungen übrigens). Durch eine kleine Straße an deren beiden Seiten sich Souvenirgeschäfte, Restaurants und Imbissstände dicht an dicht schmiegte gelangte man schließlich zum Itsukushimaschrein. Dort hatten wir das Glück, das dort anscheinend wieder eine traditionelle Hochzeit gefilmt wurde. Dieser Ort ist allerdings auch wirklich sehr dafür geeignet. Innerhalb des Schreins konnte man die Menschen bei der Ausübung ihres Glaubens beobachten. Nach dem Schrein verabschiedete sich der Amerikaner, da er noch weiter nach Taipeh mußte und ich schaute mir den Daganjani Tempel sowie die Schatzhalle an. In letzterer war das Photographieren leider nicht erlaubt, was ich gerade aufgrund der dort ausgestellten Gegenstände als wirklich schade empfand. Jetzt stellte sich für mich noch die Frage ob ich es in meinem knapp auf zwei Stunden veranschlagten Aufenthalt auf den 430 m über N.N. liegenden heiligen Berg Misen schaffen würde. Dieses Unterfangen mußte ich dann jedoch vorzeitig beenden, da die Seilbahn eine Zwischenstation besitzt von der nur alle 15 Minuten eine Gondel verkehrt. Sehr schade. Diese Information erhielt ich übrigens durch die Hilfe einer sehr gut englischsprechenden  Japanerin, die sich für mich nach diesen erkundigte. So entschloss ich mich, mir noch ein wenig die Geschäfte anzuschauen und außerdem doch einmal nachzugeben und etwas von den auf Miyajima angebotenen Köstlichkeiten zu verzehren. Außerdem erwarb ich einige Postkarten. Bezüglich des Essens entschied ich mich für „Maru-kin honpu“ , daß ist wohl eine Spezialität aus Miyajima. Es handelt sich hier um einen gedämpften Teigball (?), der entweder mit Fleisch oder Gemüse gefüllt ist. Ich entschied mich zunächst für einen mit Fleisch und hatte diesen dann auch verzehrt als ich die Fähre besteigen wollte. Jedoch wollte ich gerne noch einen weiteren haben und ging so noch einmal 10 Minuten bis zu dem Stand zurück und erwarb jeweils einen mit Fleisch und Gemüse, wobei ich der Meinung bin, daß der mit Fleisch besser geschmeckt hat. Bei dieser Gelegenheit konnte ich es mir nicht nehmen lassen, das Ganze auch einmal zu photographieren. Dadurch verpasste ich zwar meine Fähre, allerdings wurde ich durch das leckere Essen mehr als entschädigt. Von der Fähre aus fuhr ich mit der Bahn zum Bahnhof Hiroshimas und lernte unterwegs noch ein älteres Ehepaar aus Israel kennen. Am Bahnhof reservierte ich mir für den ersten Zug bis Shin-Osaka einen Platz, welchen es für den Anschlusszug von Shin-Osaka nach Tokyo leider nicht gab. In Shin-Osaka hielt ich mich dann kurz in der Wartezone auf und kaufte an einem der vielen Stände noch einen frischen Mangosaft bevor ich frühzeitig zum Bahnsteig eilte, da ich nicht stehen wollte. Denn im Shinkansen gibt es nur ein paar Wagen mit freien Sitzplätzen.Wobei ich dann doch überrascht war so schnell einen zu finden. Ich bemerkte hingegen schnell meinen Irrtum, als der erste Fahrgast sich eine Zigarette anzündete – ich war in einem Raucherabteil gelandet.. Schnell wechselte ich daher den Wagen und schlief in der Folge erst einmal ein paar Stunden bevor ich in Tokyo ankam und mich mit der JR Keihin Tohoku Negishi Line schnell auf den Weg nach Akihabara machen wollte um dort den Tsukuba Express zu besteigen. Irgendwie passierte es mir aber, und ich möchte das an dieser Stelle einmal auf den langen Tag schieben, daß ich kurzfristig in die falsche Richtung fuhr. Ich bemerkte meinen Irrtum jedoch sehr schnell und wechselte an der nächsten Haltestelle in die richtige Bahn. In Akihabara wechselte ich schnell und löste beim Bahnposten ein Ticket nach Tsukuba. Ich fuhr ungefähr eine Stunde mit dem Semi Rapid Service Tsukuba Express und stieg dort an der Endhaltestelle Tsukuba aus. Doch dort erlebte ich eine böse Überraschung, das Hotel war weit und breit nicht zu sehen und auch die Passanten kannten das Hotel nicht. Hmm… sehr merkwürdig dachte ich und so suchte ich das Koban auf. Hierunter versteht man einen Polizeiposten. Dort war mein Hotel allerdings auch nicht bekannt ABER immerhin gab es hier eine Karte von Tsukuba und Umgebung auf der es mir dann gelang das Hotel am Rand der Karte auszumachen. Na denn also dann mal auf dachte ich mir, wird ja nicht so weit sein, den bisher waren die Karten doch immer mehr als großzügig ausgelegt gewesen. Eine dreiviertel Stunde später vertrat ich diese Meinung nicht mehr so uneingeschränkt, wobei ich nun immerhin beim Hotel war und dort eincheckte. Luis erwartete mich bereits dort und nachdem ich mich frisch gemacht hatte, ließen wir den Abend gemütlich bei einem Asahi Super Dry ausklingen.

Anbei findet Ihr die üblichen Impressionen des Tages, zunächst sehr autolastig 😉 :

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Ein Gedanke zu “Tag 7

  1. Simon, ich bin hin und weg von Deiner Reise! Das sind großartige Impressionen und es macht riesig Spaß das zu lesen und anzusehen. Wer hätte gedacht, dass Japan so schön sein könnte! Vor allem landschaftlich. Naoko freut sich riesig über meine Begeisterung für ihr Land :o) Ich finde ja, Du reist nach dem Magister ein wenig durch die Welt und schreibst nen blogg, ich lese den auf jeden Fall! Ach ja, denkst Du an meine Chrysanthemen? Von mir aus auch noch jede Menge andere Pflanzensamen :o) Viel Spaß noch!!!

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