Tag 3 Toronto

Tag 3 in Toronto

Nachdem wir alle gefrühstückt und uns fertig gemacht hatten, brachte mich George, heute etwas früher, so um halb acht, zur Metrostation Isslington. Von dieser fuhr ich, mit einem Regenschirm bewaffnet, dann zunächst zur Station Spadina und von dort mit der gelben Metrolinie zur Station Dupont von wo aus man zur Casa Loma, dem ersten Ziel auf meiner heutigen Agenda, gelangen würde. Da es hierfür jedoch noch zu früh war, entschied ich mich die Gegend noch ein wenig zu Fuss zu erkunden und hierbei ein wenig Photos zu schiessen und dabei die Gegend auf mich wirken zu lassen. Ich erreichte dann nach einer Weile die Station Spadina, wo ich ein Kaffeegetränk bei Second Cup trank. Diese Filiale wies ein interessantes Feature auf – sie befand sich nämlich im Gebäude des dortigen JCC (Jewish Community Center) und vor der Tür stand, wenn vermutlich auch nur zur Abschreckung, ein Sicherheitsmann. Geschmacklich fand ich das Kaffeegetränk von Second Cup etwas besser als das von Starbucks, doch empfand ich die, ähnlich wie Fettaugen aussehenden Bläschen – vielleicht durch das Sahnetopping hervorgerufen, als nicht wirklich ansprechend. Daher beförderte ich das Getränk, dass ich in der Größe Medium genommen hatte, dann auch, als ich mit der Metro von Spadina nach Dupont zurückfuhr, umgehend in einen Abfalleimer.
Merke – hier kann ich, bei Heissgetränken, wohl nur die kleinste Größe nehmen :). Anders verhält sich das wohl bei Eiskaffee, Smoothies und anderen Kaltgetränken.
Jetzt machte ich mich aber endlich auf den Weg zur Casa Loma, einem Anwesen in Stil, dass sich Henry Pellatt, ein, zu dieser Zeit schwerreicher Makler und Industrieller, Anfang des letzten Jahrhundert errichten lies. Dieser hatte sein Geld zunächst mit Grundstücksgeschäften und dann mit der Nutzung der Niagarafälle für die Erzeugung von Strom verdient. Er war dafür verantwortlich, dass mindestens 50% von Toronto mit elektrischem Strassenlicht beleuchtet wurde.
Darüberhinaus war er ein passionierter Soldat, der im Regiment Queen’s Own Rifles diente und es sogar bis zum Kommandanten dieser Einheit brachte. Außerdem finanzierte er auch die Teilnahme der ganzen Einheit an einem Manöver in England. Besonders stolz war er zeitlebens darauf, dass er zum Ritter erhoben wurde, was aber vermutlich auf seinen Einfluss zurückzuführen ist. Doch konnten ihn alle diese Dinge nicht vor dem finanziellen Ruin retten. Dieser hat wohl eine Vielzahl von Ursachen, die z.T. nicht auf ihn zurückzuführen sein sollen.
Zunächst war das die allgemeine Verschlechterung der Weltwirtschaft und der Einstieg in riskantere Grundstücksspekulationen, aber auch die Infragestellung der Monopolstellung der Electric Light Company. Das Genick sollte ihm aber letztlich die Erhöhung der Grundsteuer brechen, die er durch seine finanziellen Verluste nicht bedienen konnte. Dieses hatte zur Folge, dass er einen Großteil seines zuvor angehäuften Besitzes unter Preis versteigern musste, letztlich auch Casa Loma aufgeben mußte und am Ende verarmt starb.
Als ich der Dame auf deren Nachfrage sagte, dass ich gerne die Informationen auf Deutsch hätte, sprach sie mich mit einigen Worten auf Deutsch an und fragte wo ich denn aus Deutschland herkäme. Leider kannte sie weder Göttingen noch Hannover – spannenderweise einzig Köln…
Mit ihren wenigen Deutschen Worten, an denen zu hören war, dass sie wohl nicht (mehr) viel Deutsch konnte, erzählte sie mir, dass ihre Großmutter ursprünglich aus der Moselgegend kam.
Nach dieser Unterhaltung machte ich mich daran mir Casa Loma anzuschauen, wobei mich beim Lesen der Texte zu den Räumen gemischte Gefühle überkamen. Auf der einen Seite war der Erbauer ein Industrieller gewesen, aber auf der anderen Seite waren seine Frau und er sozial sehr engagiert, doch konnte ihn das letztlich nicht davor bewahren, dass er fast alles verlor und auch seine einflussreichen „Freunde“ aus früheren Zeiten scheinen ihn schnell vergessen zu haben. Vielleicht werde ich zu einem späteren Zeitpunkt an dieser Stelle noch etwas über die Vergänglichkeit der Dinge schreiben, doch ein solches Thema würde mich im Moment mit zu viel Schwere erfüllen.
Nach der Casa Loma begab ich mich zum bata Schuhmuseum, wo mich die nette Dame am Einlass nach einem Studentenausweis fragte, den ich Ihr nicht vorlegen konnte und so den vollen Preis zahlte.
Das Museum war in unterschiedlichen Bereiche aufgeteilt, wobei es zunächst um Schuhe in den unterschiedlichen Kulturen in der Weltgeschichte ging.
So waren auch Schuhe aus dem Alten Ägypten darunter, aber auch modern, v.a. Damenschuhe. In einem weiteren Teil waren Exponate, der verschiedenen Indianervölker Nordamerikas zu sehen. Außerdem gab es noch eine Ausstellung über die „roaring twenties
Bei der Letzten Ausstellung handelt es sich um eine, die sich mit Roger Vivier einem berühmten Designer von Schuhen befasst.
Als ich dieses Museum geschafft hatte, entschloss ich mich zur Bloor St. zu fahren und etwas zu Mittag zu essen. Dort angekommen stellte sich mir dann jedoch die Frage: Was soll ich bei dieser Auswahl bloss essen? Ich überlegte kurz, ob ich nicht eines der vielen Sushirestaurants aufsuchen sollte. Doch entschied ich mich erst einmal diesbezüglich bei George Erkundigungen einzuziehen und wählte ein (chinesisches?) Dim-Sun Restaurant und aß dort als Mittagsmenu zunächst eine Wantun Suppe und danach die Dim-Sums. Dazu trank ich grünen Tee. Ich schaute mich nach dem Essen noch ein wenig um und schaute mir einige der sich in der Nähe befindlichen Musik(Platten)läden an und war von dem Vinylangebot dort teilweise sehr angetan.
Danach begab ich mich wieder zur Station Boor und fuhr mit der Metro zurück nach Isslington, wo ich diesmal von George, Tomoko und Hugo abgeholt wurde. Wir aßen zu Abend und gingen dann noch in das hauseigene Schwimmbad, wobei ich auch die dazugehörige Sauna nutzte.

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