Tag 7 nach Montréal und Montréal

Auch wenn ich mir den Wecker gestellt hatte, wachte ich doch etwas zu spät auf, so dass das Frühstück erst einmal verschoben werden mußte. So brachen wir um kurz vor 6 auf und George nahm diesmal den Highway, der uns in ca. einer viertel Stunde zur Union Station brachte. Anscheinend ist kurz vor 6 eine gute Zeit, da da diejenigen, die früh auf der Arbeit sein müssen ( also so um 6) schon durch sind und diejenigen, die um 7 auf der Arbeit sein müssen, größtenteils noch nicht losgefahren sind.
Nachdem ich mich von George verabschiedet hatte, betrat ich die Union Station und das Abenteuer VIA Rail sollte beginnen.
Zunächst einmal gestaltet sich das Ganze so, dass man ähnlich wie an einem Flughafen zu einem Ausgang geht und dann auf darauf wartet, dass einen ein(e) Schaffner(in)?, nach Erstkontrolle der Fahrkarte nach unten zum Gleis lassen würde. Am Gleis steht dann ein weitere(r) Schaffner(in) der/die einem nach Vorzeigen der Karte zeigt/sagt wo sich der Wagen befindet.
Dann besteigt man den Zug und sucht sich seinen Platz. Ach ja liebe Deutsche Bahn, hier hat man automatisch einen Platz, der nicht extra kostet – nur mal so zur Info 🙂 Und wenn man frühzeitig übers Web bucht bekommt man seine Zugtickets auch wesentlich günstiger als normal. In wie weit das mit der Bahn Card zu vergleichen ist, muss ich bei Gelegenheit mal ausrechnen, doch braucht man für die Rabatte in Kanada eben keine Bahn Card oder ein ähnliches Äquivalent.
Die Sitze im Zug sind bequem und verfügen über ausreichend Beinfreiheit. Neben dem Sitz befinden sich darüber hinaus zwei Steckdosen. Sobald sich der Zug in Bewegung setzt, nimmt auch die Klimaanlage ihren Dienst auf und deshalb empfiehlt es sich immer etwas langärmliges dabei zu haben.
Dann setzt sich der Zug in Bewegung, wobei seine Geschwindigkeit, die anders als bei uns im ICE, nicht angezeigt wird, von mehreren Faktoren abhängig ist, wovon ich ein paar im Laufe des Tages kennenlernen sollte.
Außerdem gab es durch den Schaffner eine ziemlich ausführliche persönliche Sicherheitsunterweisung – Ich bin sprachlos.
George hatte mir bereits erzählt, dass die Provinz Québec und hierbei v.a. Montréal insb. aufgrund des separatistischen und französierenden Kurses mit vielen Problemen zu kämpfen habe, v.a. seit die Banken größtenteils nach Toronto abgewandert seien. Daher fehle es Montréal verstärkt an Geld für die Infrastruktur und einige der Brücken in die Stadt seien eigentlich nicht mehr befahrbar und es ist aus diesem Grunde auch schon zu Brückeneinstürzen gekommen. Eine andere Sicht der Dinge findet sich im Spiegel.
Die Fahrt nach Montréal verlief zunächst ohne besondere Vorkommnisse, doch als wir in die Gegend von Montréal kamen verlangsamte der Zug seine Geschwindigkeit drastisch. Es kam dann jedoch bald eine Durchsage, die mitteilte, dass man die Weiterfahrt aufgrund der zu starken Erhitzung der Schienen und daraus resultierend deren zu hohen Temperatur, nur mit stark gedrosselter Geschwindigkeit fortsetzen könne. Das führte dazu, dass der Zug bei seiner Ankunft in Montréal etwa 10 – 15 Minuten Verspätung hatte.
Die Brücke, über die wir dann sehr langsam in die Stadt einfuhren, machte auf mich nicht den vertrauenserweckendsten Eindruck und der Rost scheint sich an ihnen ohne Gnade vorzukämpfen.
Die Ankunft am Bahnhof von Montréal war dann auch zunächst merkwürdig, da man auf dunklen unschmucken Bahnsteigen ankam. Nachdem man diese aber verlassen hatte, stand man in einem ansehnlichen Bahnhofsgebäude, das einiges an Flair austrahlte. Ich schaute noch schnell nach, wie ich zu meiner Auberge käme und machte mich dann zu Fuss auf den Weg dorthin, wobei ich am Square de Victoria und auch an der Notre Dame de Montréal, die unweit meiner Auberge liegt vorbeikam.
Meine Auberge die Casa de Matéo ist eine echtes/authentisches mexikanisches Restaurant, an dem am Wochenende auch Mariachis auftreten, und das darüber hinaus über eine Auberge verfügt.
Ich weiss nicht, ob das nur mir so geht, aber das fast Erste, was hier passiert, wenn man in einer Auberge, einem Hotel o.ä. ankommt, ist dass man bezahlt. Hierbei erfährt man dann auch den Endpreis, da alle Preise in Kanada zunächst ohne die Steuern der jeweiligen Provinz angegeben sind.
Mein Zimmer machte einen guten Eindruck, wenn auch ein Stuhl nicht die schlechteste Idee gewesen wäre, und verfügte über eine Klimaanlage und tada einen Ventilator, den ich hier ausgiebig nutzen würde.
Der Hotelier schien wenig Französisch zu sprechen und an die englische Aussprache mußte ich mich kurz gewöhnen. Kann aber auch an der langen Bahnfahrt und/oder denn 15 Minuten zur Auberge gelegen haben.
Ich besprach noch kurz, wann ich Frühstücken wollte, machte mich frisch und brach dann in die Altstadt auf.
Als erstes besuchte ich die nahe meiner Auberge gelegene Basilique de Notre Dame. Dort nahm ich an einer Führung in englischer Sprache teil.nDie heutige Kirche wurde durch einen protestantischen, irischstämmigen New Yorker Architekten erbaut, der kurz vor seinem Tode zum Katholizismus übertrat und als einziger in der Krypta begraben liegt. Die sog. Hochzeitskapelle wurde bei einem Brand zerstört und zum Teil an die Alte angelehnt, als auch mit neuen, sehr modernen Elementen, neu errichtet. Zu den berühmtesten Trauungen dort gehörten die von Mario Lemieux und die von Céline Dion . Auf jeden Fall kann man sagen, das die Kirche die einen starken Mariabezug hat, auch aufgrund ihrer zwei Gesichter, beeindruckend ist. Interessant ist auch der Kontrast zwischen hellen und dunklen Elementen in der Hauptkapelle.
Nach dem Besuch der Kirche beschloss ich weiter die Altstadt zu ergehen und dabei eine weitere Kirche Notre Dame de Son Secours als meinen Endpunkt zu nehmen.
Dabei schaute ich mir auch den Place d’Armes an.
Die Altstadt erinnert den Besuche zunächst stark an Frankreich oder Italien. Es gibt eine Menge von Bars, Bistros, Brasserien und Restaurants, aber auch eine Menge an Läden – Boutiquen für primär Kleidung für Frauen und auch ab und an mal für Beide. Dazu gesellen sich Andenkenläden u.ä. . Wobei ich in Letzteren wieder, wie schon bei den Niagara Fällen feststellen mußte, dass es anscheinend schwierig ist, schöne und zeitgemäße Postkarten im Angebot zu haben. Auch entsteht der Eindruck, dass diese letzteren Geschäfte v.a. arabisch sprechenden Menschen betrieben werden – aber ich erhebe hier nicht den Anspruch auf eine empirische Erhebung o.ä. , wie gesagt, dass ist nur ein Eindruck gewesen.
Die Architektur der wichtigeren Gebäude ist etwas zu sehr Richtung Trutzburg, wobei das hier nicht ganz das trifft, was ich eigentlich schreiben möchte, aber mir fehlen gerade dafür die adäquaten Begriffe. Ich würde jetzt normalerweise wohl was etwas Richtung : Ich mag die französische Architektur aus der Zeit des Second Empire aufgrund von einer gewissen Protzigkeit nicht, sagen, aber dafür muss ich erst einmal gucken, ob das überhaupt alles französische Bauten sind und nicht vielleicht doch welche der Briten. Done – es sind welche im oben beschriebenen Stil, aber auch spätere durch die Briten errichtete Gebäude sind dabei.
Ich sah unterwegs auch schon das Restaurant Les 3 Brasseurs das mir George empfohlen hatte und die wohl recht gutes Bier haben sollen. Ich ging jedoch zunächst weiter Richtung Notre Dame de Bon Secours, wobei ich im Marché Bonsecours eine Ausstellung mit freiem Eintritt entdeckte, die sich mit Krakau und dessen Entwicklung beschäftigte. Da ich davon ausging, dass es kein Problem sei, dort zu photographieren, nahm ich meine Kamera und wollte gerade anfangen, als ich von einer fast aus dem Nichts kommenden Frau unwirsch und unhöflich angeflaumt wurde und so das Photographieren unterliess. Lange hielt ich es in der Ausstellung, die v.a. aus Stadt und Burgmodellen, die die Entwicklung Krakaus zeigten, auch nicht aus,
Denn ich musste dabei an einen vor einigen Jahren bei der Burg tödlich verunglückten Freund denken, der sich dort im Rahmen eines Studienaufenthaltes befand. Er ist wohl damals in mehrere Meter tief eine Grasnarbe gestürzt und dann vor Ort verstorben. Ad memoriam J.
Um auf andere Gedanken zu kommen, wollte ich nun in die bereits erwähnte Kirche, doch musste ich feststellen, dass diese bereits geschlossen war. Also würde der „traumhafte Blick auf die Altstadt“ , Zitat meines Reiseführers, noch bis morgen auf sich warten lassen müssen.
Anstatt in einer der Brasserien einzukehren machte ich mich erst einmal auf den Weg zurück zu meiner Auberge, wobei ich diesmal die Corniche nahm und so auch schon einen Blick auf das Museum mit der Archäologischen Ausstellung zu Montreal, dass auch derzeit die Samuraiausstellung von Richard Béliveau beherbergt und die ich auch morgen aufsuchen wollte. In der Auberge entschied ich mich dann zu premiére mousson zu gehen, wobei die Filiale im Bahnhof die nächste war. Der Weg nahm dann noch einmal 15 Minuten in Anspruch – Doch es sollte sich lohnen. Ich holte mir ein Himbeerbrot und bei Second Cup einen Pistaziensmoothie und verzehrte diese im angenehmen Ambiente der Second Cup Filiale im Montréaler Bahnhof. Nach dieser Stärkung brach ich wieder gen Altstadt und Old Port auf und schaute mir zunächst das Hotel de Ville und den alten Justizpalast bei Dunkelheit an. Danach kehrte ich bei 3 Brasseurs ein und probierte zunächst in vier 12 oz Gläsern die unterschiedlichen Biere, die 3 Brasseurs anbietet und aß dazu ein leckeres Steak mit etwas Gemüse und etwas süßlich schmeckenden Pommes. Danach ging ich zunächst noch nach Old Port und erwarb mir dort bei einem der dort befindlichen Händler einen Hut und holte mir noch an einem der Getränkeautomaten ein Vitamin Water. Beim darauf folgenden Schlendern am Wasser wurde ich dann jedoch leider fies von einer Mücke erwischt. Da war doch was mit Hitze , Feuchte und Wasser… Der Old Port ist echt schick und es gibt auch hier wieder einige Bars aber auch Clubs. Und einen der Live DJs konnte ich sogar draußen hören. Um jedoch nicht noch weiteren Mücken anheim zu fallen, ging ich noch einmal in die Altstadt, Hierbei traf ich auf ein Pärchen aus Waterloo, in der Nähe von Kitchener, mit denen ich ins Gespräch kam und die sogar noch ein wenig ihres Schuldeutsch konnten. Auch sagten sie mir, dass die Menschen in dem Gebiet von Kitchener durchaus noch Deutsch sprächen, aber wenn, dann wohl eher die etwas andere Variante des Pennsylvania Deutsch. Nachdem wir uns verabschiedet hatten, machte ich mich auf den Weg zurück zu meiner Auberge und beschloss den Tag.

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